Folge 76: Vorstellungsgespräch? Via zoom, Teams, …?

Diesen Effekt kennen geübte Schauspieler wie auch jeder einzelne von uns.

Was wissen wir, wenn wir eine Aufführung, auf der Bühne, im Zirkus oder wo auch immer sehen und wir nehmen das als leicht, fließend, harmonisch eben als toll war – was wissen wir dann? Genau, Vorbereitung, Blick für Details und üben üben üben war angesagt.

Dabei wird der berühmte erste Eindruck via Skype, Teams, zoom oder facetime (etc.), in vielen Branchen zu einem völlig normalen Procedere, und das nicht nur im Bewerbungsprozess. In Zeiten von Social Distancing, wenn diese Medien und Vorgehensweise sowohl für Sie als auch für das Unternehmen neu und ungeübt sind, bieten sich jedoch viele Fallen an.

  1. Sinne
  2. Technik
  3. Störungen

Es ist Ihre Aufgabe und Verantwortung, exzellent auf diese Herausforderung vorbereitet zu sein.

Deshalb – niemals ohne vorheriges und mehrfaches Üben in ein Vorstellungsgespräch gehen und ein Videointerview schon gar nicht.

Sie springen ja auch nicht vom 3m Brett, ohne vorher zu schauen ob Sie schwimmen können – hoffe ich.

Es geht in diesem Podcast um die Rahmenbedingungen, das Setting, das im Gespräch vor Ort ebenfalls sehr wichtig ist, dass bei einem Videointerview aber völlig anders ist

Auf den Inhalt haben Sie sich natürlich mit meiner App „Vorstellungsgespräch – die Antworten auf die 101 Fragen“ oder meinem gleichnamigen Buch auf alle Fragen vorbereitet.

Übrigens – der häufigste Grund für Absagen ist, was ich als Feedback von Personalern und Entscheidern erhalte ist: Er oder sie konnte mir nicht erklären warum er bei uns anfangen will und was er hier bewegen will.

Während eines digitalen Meetings fehlen Ihnen wichtige Kommunikationskanäle (Kanalreduktion), das beruht u.a. darauf, dass wenn ein Sinn ausfällt, die anderen Sinne geschärft werden und beginnen zu kompensieren.

Das Sehen ist eingeschränkt. Sie sehen typischerweise nur Schultern und Kopf. Das Erfassen der Gestik, der Körperhaltung und das Zusammenspiel der nonverbalen Kommunikation Ihrer Gesprächspartner bleibt Ihnen verborgen.

Was können Sie tun?

  • Deshalb ist es wichtig, dass der Hintergrund, also das was hinter Ihnen zu sehen ist, ansprechend oder sogar Anlass für den Smalltalk gibt. Ein Bild, ein Möbelstück oder der Blick auf eine reizvolle Landschaft oder ein interessantes Gebäude und sei es als Poster. Die Fenster sind abgeschirmt und hinter Ihnen herrscht Ordnung sowie eine ordentliche Einrichtung, dies trägt zu einem professionellen Eindruck bei.

Wenn Sie planen ein Flipchart oder ein Diagramm einzusetzen, dann sollte dies schon halb ins Bild ragen und zu erkennen sein. Das sorgt für Spannung und Neugier.

Wenn Sie einen virtuellen Hintergrund verwenden, z.B. bei zoom, dann ist ein Greenscreen im realen Hintergrund sinnvoll, um Flimmereffekte zu vermeiden.

  • Die Beleuchtung hat den größten Einfluss auf Ihr „Erscheinungsbild“.

Bei Gegenlicht von hinten, sieht Ihr Gegenüber Ihre Mimik nicht mehr und es gehen wichtige Elemente Ihrer Botschaft verloren.

Bei Licht von oben, durch eine helle Deckenleute, ist Ihr Gesicht im Schatten und kann zu einem „gruseligen“ Bild führen. Geeignet sind besonders indirekte Lichtquellen, die den Raum gleichmäßig ausleuchten und Sie am besten schräg von vorne oben bescheinen. Softboxen oder Ringleuchten sind für wenige Euro zu haben und rücken Sie ins rechte Licht.

Denken Sie ebenfalls daran, dass sich die Lichtverhältnisse über die Zeit verändern. Die Sonne geht unter und Sie müssen aufstehen und das Licht einschalten und das ist dann möglicherweise ungeeignet. Direkte Sonneneinstrahlung gilt es ebenfalls zu vermeiden.

  • Der Blickkontakt. Drehen Sie ein Handyvideo von sich, z.B. Ihre Erfolgsgeschichte. Was sehen Sie? Sie sehen, wie Sie sich dabei beobachten wie Sie ein Video von sich machen, richtig? Also schauen Sie auf die Kamera, insbesondere wenn Sie reden, ohne zu starren und nicht auf Ihr Bild oder das der Gesprächspartner. Denn die Gesprächspartner schauen auf Ihre Augen und möchten auch angesehen werden.
  • Die Augenhöhe ist auch im Videocall wichtig. Wenn Sie vor dem Notebook am Schreibtisch sitzen, schauen Sie automatisch „von oben herab“. Sorgen Sie dafür, dass die Kamera auf Augenhöhe ist, wenn Sie gerade und aufrecht am Schreibtisch sitzen.
  • Die Körperhaltung ist aufrecht sitzend, wie im persönlichen Gespräch. Ihre Körperhaltung, und die Veränderung über die Zeit, dominiert Ihre Körpersprache und wird vom Gegenüber interpretiert.

Achtung – Hände weg vom Gesicht. Vermeiden Sie es unbedingt, sich ins Gesicht zu fassen, den Kopf aufzustützen, die Nase zu reiben, die Hände hinter dem Kopf zu verschränken etc., etc., weil es Ihr Erscheinungsbild ruiniert.

  • Der Bildausschnitt bestimmt die Wirkung Ihrer Körpersprache immens. Ideal ist es, wenn Ihr Kopf kurz unter dem oberen Bildschirmrand ist und die Tischplatte gerade nicht mehr zu sehen ist, aber Ihre Hände. Somit wird Ihre Botschaft durch Ihre Gestik unterstützt.
  • Die Kleidung ist dem Anlass angemessen, wie im persönlichen Gespräch. Je nach Gesprächspartner eben vom Hoody bis zum weißen Hemd mit Krawatte. Achten Sie auf ein möglichst geringes Kontrastverhältnis von Kleidung und Hintergrund und wählen Sie gedeckte Farben. Streifen, Karos und kleine Muster können zu Interferenzbildung, dem Moiré-Effekt, führen und sollten daher vermieden werden.

 

Das Hören ist eingeschränkt. Sie hören, oftmals in schlechter Qualität, nur einen Gesprächspartner. Aussetzer und technisch bedingte Unterbrechungen führen zu häufigem Nachfragen und können damit zu einer unstimmigen oder gereizten Atmosphäre führen. Ausredenlassen wird zur unbedingten Pflicht.

Was können Sie tun?

  • Die Tonqualität ist wichtiger als die Bildqualität. Testen Sie es. Ein schlechtes Video mit gutem Ton ist besser zu ertragen als ein gutes Video mit schlechtem Ton. Beschaffen Sie sich ein gutes Mikrofon. Ein Lavaliermikrofon z.B. von Røde, dezent am Hemdkragen befestigt, sorgt für den guten Ton.

 

  • Sprechen Sie laut und deutlich. Beachten Sie, dass man Sie während der gesamten Konferenz sehen und hören kann, auch wenn Sie gerade nicht sprechen. Halten Sie Disziplin, lassen Sie Ihre Gesprächspartner ausreden und sprechen Sie nicht durcheinander. Vergewissern Sie Sich, dass zum Ende der Konferenz die Verbindung ordnungsgemäß getrennt wird, so dass Ihr Gesprächspartner Sie nicht weiter hören und sehen kann.

 

Das Fühlen, Riechen und Schmecken, die verbleibenden drei Sinne, sind ausgeschaltet. Sie fühlen eben nicht, wie es im Raum ist. Die Schwingungen, die Sie sonst wahrnehmen, das Lesen zwischen den Zeilen, die Empathie mit den Gesprächspartnern ist eingeschränkt. Sie nehmen, während und am Schluss des Gesprächs, die Stimmung nicht wahr. Sie riechen nicht und schmecken auch nicht den Kaffee oder die Kekse, die Ihnen angeboten worden wären und einen Teil der Atmosphäre ausmachen.

Was können Sie tun?

  • Der große Vorteil ist, Sie können das Setting selbst bestimmen, also die Technik, die Umgebung und die Hilfsmittel.

Die Technik ist der Spielverderber

  • Auf die Leitung haben Sie eher wenig Einfluss oder auf die tatsächliche Bandbreit zum Zeitpunkt des Gesprächs. Sie können aber zumindest für ein Handy mit 4G und Hotspot-Funktion sorgen, als Backup.
  • Der Test. Sie haben Skype, Teams, zoom oder welches Tool auch immer installiert, einen Account angelegt und mit einem Freund/Partner getestet, mehrfach und mit verschiedenen Personen.
  • Ein Backup, um ganz sicher zu gehen. Murphys Law sorgt dafür, dass Ihr Notebook fünf Minuten vor dem Call den Dienst quittiert. Sorgen Sie für ein Zweitgerät, zur Not das Handy auf einem Stativ.
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Mikrofone Echo-Cancellation unterstützen. Professionelle Mikrofone tragen durch das Unterdrücken von Echo- und Hintergrundgeräuschen zu einer erheblichen Verbesserung der Soundqualität bei.
  • Die Bildqualität kann mit einer externen Kamera z.B. von Logitech noch gesteigert werden.

 

Das Umfeld

  • Um ungestört an Ihrer Konferenz teilzunehmen, sollten Sie einen ungestörten Raum haben. Als Bodenbelag eignen sich besonders Teppiche, da diese das Echo vermindern und Geräusche absorbieren.
  • Andere Personen im Raum, ist ein absolutes No-Go. Sollten Sie Helfer im Raum haben, so können Sie sicher sein, dass diese Person hustet, niest oder etwas umstößt. Der Vertrauensverlust, durch diese Überraschung, ist bei Ihren Gesprächspartnern kaum mehr zu reparieren.
  • Sollte, wieder erwarten, jemand den Raum betreten, so informieren Sie unverzüglich Ihre Gesprächspartner, schalten das Mikrofon auf lautlos und bitten die Person den Raum zu verlassen.
  • Die Störungen, die durch den Postboten, die Kinder, die Feuerwehrsirene oder die Handwerker mit dem Presslufthammer neben an, nehmen Sie als das was sie sind – Ereignisse außerhalb Ihres Einflussbereichs. Und zwar mit Humor – das ist souverän.

Die Hilfsmittel

  • Ein Glas Wasser hilft nicht nur bei trockenem Mund, sondern verschafft Ihnen auch eine Denkpause, falls nötig.
  • Und ja, Puder auf die glänzende Stirn oder Glatze ist angebracht.
  • Legen Sie sich Notizen bereit, hängen Flips an die Wände mit Stichworten, Post-ist, die den Bildschirm umranden u.v.a.m. was Sie unterstützt aber nicht ablenkt.

Haben Sie noch Fragen? Auch Ihr Video-Interview wird so enden – sicher!

  • Natürlich haben Sie drei Fragen vorbereitet, wie für das Live-Interview auch.
  • Natürlich wissen Sie, dass der Beginn und das Ende des Gesprächs – also die ersten 5 Minuten und die letzten 5 Minuten den größten und bleibensten Eindruck hinterlassen.
  • Natürlich haben Sie sich mit meiner App „Vorstellungsgespräch – die Antworten auf die 101 Fragen“ oder meinem gleichnamigen Buch auf alle Fragen vorbereitet.

Abschluss des Gesprächs

Der Call-to-Action. Nach dem Vorstellungsgespräch liegt der Ball beim Unternehmen, denken Sie? Falsch!

Schicken Sie Ihren Gesprächspartnern im Nachgang eine E-Mail, in der Sie sich für das Gespräch bedanken. Nehmen Sie Bezug auf zwei bis drei Themen, die während des Gesprächs von größerer Relevanz waren, aber fassen Sie sich extrem kurz.

Dazu haben Sie natürlich die Kontaktdaten aller am Gespräch beteiligten.

Es ist vollkommen in Ordnung nach einer Arbeitswoche anzurufen und sich nach dem Status der Bewerbung zu erkundigen, das unterstreicht Ihr Interesse an der Aufgabe, dem Job und dem Unternehmen.

Denn #1 No-Go ist: Unvorbereitet in ein Vorstellungsgespräch zu gehen!

Apropos Vorbereitung.

Wie bereite ich mich mental auf ein Vorstellungsgespräch vor?

Kurz vor dem Gespräch können Sie jede dieser Stufen, für min. 90 Sekunden, durchlaufen:

Lächeln! Denke “Ich mag Dich”.

Einen Bleistift quer in den Mund nehmen, ohne dass die Lippen den Bleistift berühren. Vor den Spiegel stellen und lächeln. Egal wie Sie gestimmt waren, nach wenigen Sekunden wird aus der Grimasse ein Lächeln und dann ein Lachen. Das ist kaum zu vermeiden und sehr wirkungsvoll.

Vor den Spiegel stellen und die Siegerpose einnehmen, Power Posing. Schulterbreit hinstellen, die Arme weit nach oben strecken und mit positiven Aussagen begleiten, die mit „Du bist…“ beginnen.

Sich selbst in der 2. Person anzusprechen ist dabei hilfreich.

Der Mechanismus dahinter beruht auf dem Effekt, dass unsere Gedanken und Einstellungen unsere Körperhaltung beeinflusst, „Mensch, siehst Du geknickt aus!“. Umgekehrt kann ich über meine Körperhaltung meine Gedanken beeinflussen und damit meine non-verbale Botschaft.

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Warum sage ich zu Beginn Karriere-Mechaniker? Weil es um Handwerkszeug geht.

Denn der Unterschied zwischen gut, sehr gut und exzellent wird durch die Wahl der Werkzeuge und die Zahl der Übungsstunden bestimmt – und viel weniger durch Talent.

Wenn ich nur einen Hammer habe, dann schaut jedes Problem aus wie ein Nagel, sagte einst Paul Watzlawick – und das ist es.

 

 

Erwähnte Begriffe und Personen:

 

Steve Dotto – Zoom Video Effects – Green Screen and Background Tutorial

https://www.youtube.com/watch?v=8gziObAooxs&t=433s

 

 

Wollen Sie mehr du diesem und weiteren Themen erfahren, dann schreiben Sie uns gerne eine mail an: podcast@ncn-ag.com

 

 

Links, Bücher und Tools:

 

Die große Umfrage zur Karriere

https://forms.gle/KY3o6KyunhvkTihV8

 

App: „Vorstellungsgespräch – Antworten auf die 101 Fragen“

http://bit.ly/App101Fragen

 

Proven Experts

https://www.provenexpert.com/ncn-next-competence-network-gmbh/trh2/

 

 

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