Folge 86: Fünf harte Wahrheiten

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Das mag ein etwas anderer Podcast sein als sonst und möglicherweise findet die eine oder der andere diese Wahrheiten – oder uralten Weisheiten – als Zumutung. Weil –

„Du kannst alles erreichen was zu willst“ das ist das Mantra unserer modernen Welt. Beruf, Familie, Freizeit, Abenteuer, Erfolg, Wohlstand – alles!

Und zwar alles auf einmal und zwar jetzt.

Du musst es nur wirklich wollen – the American Dream.

Wir sind heute so sehr damit beschäftigt Wohlstand zu schaffen und Materiellem Hinterherzujagen, das wir kaum noch etwas infrage stellen.

Da der Export ausfällt, muss der Binnenkonsum stimuliert werden – mit vielen Billionen Euro. Es wird derzeit soviel Geld ins System gepumpt als gäbe es kein Morgen mehr – ohne das System selbst infrage zu stellen.

Doch wenn uns Corona eins gezeigt hat, dann das Sicherheit und vor allem Kontinuität nur eins ist – eine Illusion.

Ohne dies hier zu dramatisieren, doch ein Zurück zum wie zuvor wird so nicht geben. Das BIP auf Vorkriseniveau und ein Wirtschaftswachstum größer 2% p.a. wird selbst nach Expertenmeinung mehr als einige Jahre dauern.

An die schnelle V-förmige Erholung der Wirtschaft glaubt heute kaum einer mehr und selbst die renommiertesten Medien stimmen darin überein…- es kommt härter als gedacht – oder ehrlicher – es kommt härter als gehofft.

Zugleich ist aber unser aktuelles Weltwirtschaftsmodell – zu wir unbedingt zurück wollen – auch wesentlich verantwortlich für das was mit „Klimawandel“ bezeichnet wird und als die größte aller Herausforderungen gilt.

Ein klassisches Dilemma.

All dies ist sicherlich Stoff für viele Podcast von anderen Autoren.

Fakt scheint, das wir keine Antworten auf die drängende Frage haben, wie wir mit künftig 10 Milliarden Menschen zusammenleben wollen und können.

Jürgen Habermas hat es kürzlich auf den Punkt gebracht, als er sagte: So viel Wissen über unser Nicht-Wissen gab es noch nie!

Was wir heute erleben ist, dass es auf der 360° Windrose für wirklich jede Meinung eine, oder einen, renommierten Prof. Dr. gibt, der genau erklärt warum dieses oder jenes genau so ist und nicht anders.

Zur gleichen Zeit erläutert der renommierte Kollege, warum genau das Gegenteil die Wahrheit ist.

Einer der Folgen daraus ist ein massiver Vertrauensverlust in das „Expertentum“.

Unabhängig davon gab es schon immer mehr bezahlte Studien als andere.

Der Vorteil daran ist, und das wird dieser Tage überdeutliche, ich muss mir meine eigene Meinung bilden und eigene Handlungsoptionen überlegen – sehr gut.

So lassen wir schauen, wie wir uns einschwingen auf die kommende Zeit der Veränderung, die eine große Eigeninitiative und auch Eigenverantwortung fordern wird.

Auch wenn Netflix & Co., Social Media, Alkohol und jede Shopping Mall alles dafür tun, das wir eben nicht hinschauen sondern weiter rennen als ob wir den fünf Wahrheiten entkommen könnten. Was nicht geht.

Doch Erkenntnis und Akzeptanz führt zu Gelassenheit.

Und Gelassenheit weitet den Blick für neue Wege.

Denn Krise ist, wenn die Selbstverständlichkeiten von gestern fehlen – und wir uns noch dagegen wehren und mit dem Fuß aufstampfen und den Schnuller wieder zurück haben wollen.

Doch lassen Sie uns gemeinsam über die folgenden Aussagen nachdenken und schauen was es bewirkt, was es konkret bei Ihnen bewirkt.

1. Das Leben ist hart – es gibt Leid (Buddha)

warum stehe ich nicht auf der Sonnenseite, warum passiert ausgerechnet mir das, wieso verliere ich meinen Job, warum macht meine Firma pleite, warum werde ich krank, etc.

Warum immer ich? – das ist eine sehr zerstörerische Frage, eine selbstzerstörerische Frage.

Weil die Antworten, die wir uns selbst geben, die „Schuld“ entweder im Außen sucht oder im Innen.

Entweder sind wir wehrloses Opfer oder ein handlungsunfähiger Looser.

Bringen mich diese „Antworten“ irgendwie weiter? Wohl kaum! Eher im Gegenteil. Sie erzeugen weiteres Leid, bringen mich auf eine Abwärtsspirale und über selbsterfüllende Prophezeiungen dann in die tatsächliche Handlungsfähigkeit.

Und bestätige damit mich und meine Annahmen – bequem aber fatal.

Die Ursache jedoch ist nur, dass ich in den Widerstand zur Realität gehe – was irgendwie absurd ist – wenn es regnet dann regnet es und kann nichts dagegen tun – außer zu akzeptieren.

Alles hat eine positive Absicht – ist ein nützlicher Gedanke.

Alles hat eine positive Absicht – ist natürlich, in dem Moment, wo ich mit der Shaize in Kontakt komme, ein Gedanke, der mir als letztes kommt.

Aber nach dem ich getobt, geweint und das Porzellan zerschlagen habe, ist es der nützlichste Gedanke überhaupt den man haben kann.

Denn nur dieser Gedanke, oder genauer, nur diese Haltung, öffnet den Blick für Lösungen.

Ich selbst kann eine Reihe von Beispielen nennen, wo eine vermeintliche Katastrophe der beste Wendepunkt war der mir passieren konnte.

Ich bin sicher, auch Sie finden dazu genügend Beispiele entlang Ihrer Lebenslinie – schauen Sie doch mal.

Denken Sie auch an den großen Grundsatz der Stoiker: Gib mir die Macht zu ändern was ich ändern kann und die Gelassenheit zu ertragen was ich nicht ändern kann und die Weisheit das eine vom andern zu unterscheiden.

2. Du hast nicht die Kontrolle

noch nicht mal über deinen eigene Körper. Versuchen Sie mal fünf Minuten die Luft anzuhalten. Oder zu verhindern in einer peinlichen Situation rot zu werden, etc.

Auch nicht über deine Gedanken. Versuchen Sie, sich fünf Minuten nur auf das aus- und einatmen zu konzentrieren, ohne an gestern, morgen oder ein Problem zu denken. Wenn Sie es schaffen bis 10 zu zählen ohne das ein andere Gedanke dazwischen kam, sind Sie schon ziemlich weit vorne.

Es geht um loslassen lernen. Zu erkennen, das ich einen sehr kleinen Kontrollbereich, ein recht kleinen Einflussbereich und einen gewissen Interessenbereich habe.

Zudem bewegen wir uns massiv im Einflussbereich unseres Umfelds. Jeder kämpft um unsere Aufmerksamkeit um damit den eignen Kontrollbereich zu vergrößern. Entweder um uns zum Kauf von Produkt X von Firma Y zu bewegen, bei der Wahl das Kreuz bei Partei Z machen, usw.

Eine der wichtigsten Techniken des Stoizismus ist der Fokus auf Dinge, die ich kontrollieren kann und Gleichmut im Umgang mit dem, was außerhalb des eigenen Einflussbereichs liegt.

Auch deshalb werde ich das Thema: Du bist der Durchschnitt der 5 Personen mit denen du die meiste Zeit verbringst“ in einem nächsten Podcast nochmals aufgreifen.

Denn du bist der Durchschnitt der 5 Personen in deren Einflussbereich du dich begibst“ – und das hat wesentlich mehr Konsequenzen auf unsere täglichen rund 1.000 Entscheidungen als wir glauben.

Der amerikanische Marketing-Soziologe und Harvard-Professor Gerald Zaltman spricht von einem 95%igen Entscheidungsanteil, der vom Autopiloten, also vom Unbewussten, getroffen wird.

Diese Erkenntnis ist nicht wirklich neu. Schopenhauer sagte schon:

Ich kann tun was ich will aber nicht wollen was will.

Das ist verdammt hart fürs Ego, aber damit noch nicht genug.

3. In deinem Leben geht es nicht um dich

Die Sonne dreht sich nicht um die Erde, sondern genau umgekehrt. Die Erde dreht sich um die Sonne, in nur einem von unzähligen Sonnensystemen.

Das war der Kopernikus-Schock, die Erkenntnis, das wir alle Teil eines großen Ganzen sind. Ein Faden an einem riesigen Mobilee.

Und gerade bei einer Pandemie sehen wir, das eben keine Individuen lateinisch ‚Unteilbares Einzelding‘ sind, sondern ein winziger Teil etwas viel größerem, z.B. der Weltgemeinschaft.

Somit kann ich darüber nachdenken, wie meine Erwartungen an andere – z.B. bestimmte Opfer zu bringen – gerechtfertigt sind.

Shakespare sagte: ich fühle mich glücklich, weißt du warum? Weil ich nichts erwarte, denn warten und hoffen ist immer schmerzhaft.

Alle Probleme haben einen Sinn und eine Bedeutung.

Alles hat eine positive Absicht – ist ein nützlicher Gedanke, was schon Shakespare erkannt hatte.

Der Punkt ist doch – Es ist nicht die Aufgabe anderer dich zu lieben, es ist nur deine.

4. Du bist nicht dein Besitz

wer bin ich, wenn ich mich über mein Auto definiere?

wer bin ich, wenn ich mich über mein Haus definiere?

wer bin ich, wenn ich mich über meine teure Uhr definiere?

wer bin ich, wenn ich mich über meinen Titel definiere?

wer bin ich, wenn ich mich über meinen Sport definiere?

Wer bin ich, wenn ich all dies benötige um die Liebe und Anerkennung zu bekommen die ich mir für meine Seele wünsche?

Und – Wer bin ich, wenn ich all dies verliere?

Wie ist es um meine Selbstliebe bestellt?

Alles hat einen Preis. Was ist Erfolg und was kostet Erfolg?

Viel zu häufig Freiheit.

Welche Kosten verursachen Dinge nachdem ich sie gekauft habe?

Nicht nur für Lagerung und Wartung sondern auch im Kopf?

Ist es nicht so, das nicht nur ich die Dinge besitze sondern das die Dinge auch mich besitzen? Auch aus Angst sie zu verlieren?

Sklaverei haust in Marmor und Gold, sagte Seneca. Erfolgreiche Menschen sitzen viel zu häufig in selbst errichteten Gefängnissen.

in der griechischen Mythologie, kommt Thanatos – der Engel des Todes – kommt zu dir und sagt:

Siehe, alles was existiert gehört mir, nicht dir!

Dein Haus, Dein Partner, Deine Kinder, Dein Auto, Deine Gesundheit und Dein Geld.

Alles gehört mir und ich kann es Dir wegnehmen, wann immer ich will!

Doch im Moment darfst Du es haben. Sei dankbar!

Doch zur härtesten Wahrheit

5. Du wirst sterben

HERR, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden (Psalm 90,12)

Der Tod ist sicher – die Stunde ist ungewiss.

Damit ist eigentlich schon alles gesagt

Das Problem ist, dass du glaubst du hast Zeit – sagt der Buddha

Das bedeutet allerdings nicht, noch mehr Gas zu geben um noch mehr zu erreichen, sondern den riesigen Unterschied zwischen einem gefüllten Terminkalender und einem erfülltem Leben zu erkennen.

Nutze den Tage – bewusst – im hier und jetzt.

Der Dalai Lama wurde gefragt, was ihn am meisten überrascht; er sagte: Der Mensch, denn er opfert seine Gesundheit, um Geld zu machen. Dann opfert er sein Geld, um seine Gesundheit wiederzuerlangen. Und dann ist er so ängstlich wegen der Zukunft, dass er die Gegenwart nicht genießt; das Resultat ist, dass er nicht in der Gegenwart lebt; er lebt, als würde er nie sterben, und dann stirbt er und hat nie wirklich gelebt.

Dem ist nichts hinzuzufügen doch es trifft unser Ego hart, bretthart.

Kämpfe niemals gegen die Realität, denn du hast keine Chance – lautet ein ziemlich alter und ziemlich vernünftiger Rat.

Neulich kam in Kontakt mit der Geschichte eines Mannes, der wie mein Großvater, dessen Name ich trage, 1906 geboren wurde, also im Kaiserreich und in Dresden.

Allerdings wurde dieser Mann, anders als mein Großvater, 88 Jahre alt.

Seine Lebensgeschichte war eher unspektakulär. Er war sein Leben lang Bäcker, hatte 6 Kinder, von denen 2 früh verstarben.

Doch der Hintergrund, also das Bühnenbild seiner Lebensgeschichte war völlig spektakulär. Was mich wirklich fasziniert hat, war die Gelassenheit, der Gleichmut – ein tolles Wort – mit der dieser Mann 88 Jahre lang jede Situation bewältigt hat – ohne Coach, ohne Psychopharmaka und ohne jegliche Versicherung, für was auch immer.

Und Situation gab es reichlich

Zunächst Kaiserreich, dann eingeschult im 1. Weltkrieg, Weimarer Republik, dann Adolf, Soldat im 2. Weltkrieg, 6 Kinder irgendwie in dieser Zeit, Wiederaufbau, dann Ulbricht und folgende, Mauerbau, Mauerfall, Wiedervereinigung, 4 Währungsreformen, und bei min. zweien davon auf komplett Null gesetzt.

Und jetzt? Ganz einfach

Keep calm and carry on – und lese die Stoiker!

Machen Sie es wie der mit sich und der Welt völlig zufriedene 88 Jähirge den Fokus auf Dinge, die man kontrollieren kann und Gleichmut im Umgang mit dem, was außerhalb des eigenen Einflussbereichs liegt.

In diesem Sinne viel Gelassenheit, Gleichmut und Zuversicht

Erwähnte Begriffe und Personen:

Buddha

Seneca

Dalai Lama

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