Folge 29: WOOP – Positives Denken macht schlapp, arm und einsam! Besser mit WOOP.

Im heutigen Podcast geht es um das Treffen von Entscheidungen mit WOOP, einer Methode der Psychologieprofessorin Gabriele Oettingen.

 

„Wenn Du es erträumen kannst, kannst Du es auch erreichen.“ sagte Walt Disney.

Das ist auch richtig, denn ich muss mein Ziel zunächst denken können, mir vorstellen können, bevor ich es anstrebe oder erreichen kann.

 

Denn was ich nicht denken kann ist auch nicht in meiner Welt, und damit für mich schlicht unerreichbar – so weit so klar.

 

Ich zitiere Prof. Oettingen „Obwohl positives Denken sich gut anfühlt, weckt es häufig falsche Hoffnungen und hat auch fast keine Auswirkungen, wie Studien ergeben. Eine Übung hilft, die Wünsche und Realität besser zu kombinieren.“

 

Und diese Übung ist WOOP.

 

Wofür steht WOOP?

W = Wish (Wunsch), O = Outcome (Ergebnis), O = Obstacle (Hindernis) P = Plan (Plan)

 

 „Wenn Du nur positiv denkst, wird alles gut.“ hören wir auf vielen Motivationsseminaren und lesen es so gerne in der Selbsthilfe-Literatur.

 

Positiv denken, den Erfolg Visualisieren. Sich vorstellen, wie man einen Marathon gefinished hat, den Traumpartner gefunden, die Millionen auf dem Konto hat und den Traumjob natürlich dazu.

 

Auch das ist zunächst richtig, denn ich muss meinem Ziel positiv zugewandt sein und mir den Zielzustand wirklich als für mich passend vorstellen können, bevor ich ihn anstrebe oder erreichen kann.

 

Was heute, so glaube ich, unumstritten ist, dass wenn ich, als Beispiel, eine negative Einstellung zu Geld habe, dann werde ich mich sehr schwer tun reich zu werden – was auch immer das für den Einzelnen bedeutet. Negative bzw. einschränkende Glaubenssätze sind sehr mächtig.

 

Das die negative Seite quasi immer funktioniert, heißt jedoch eben nicht das die positive Seite der Medaille quasi automatisch auch funktioniert.

 

„Ob Du glaubst Du kannst es, oder Du glaubst Du kannst es nicht, Du wirst immer Recht haben!“ – sagte Henry Ford vor gut 100 Jahren. Und diese Aussage stimmt zu 100%.

 

Dennoch ist es wohl ein Selbstschutz der Evolution, dass der Teil „Ob Du glaubst Du kannst es“ 20% Macht hat, und der Teil „Du glaubst Du kannst es nicht“ 80% Macht.

Also der Schutz vor Selbstüberschätzung, die in früherer Zeit durchaus tödlich sein konnte.

 

Es geht also um den schmalen Grat zwischen positivem Denken und Visualisierung des erreichten Zielzustands – wie es für Spitzensportler unabdingbar ist, weil es die nötige Energie liefert um die Ziellinie zu erreichen.

 

Und auf der anderen Seite dem positiven Denken und Visualisierung des erreichten Zielzustands, der mich in einen energielosen abwartenden Zustand führt, darauf, wann denn das Wunder endlich passiert und ich den Traumjob habe.

 

Warum funktioniert nun die WOOP-Methode? Weil die Menschen mit ihrer Hilfe entweder feststellen, dass ihre Wünsche erfüllbar sind und das verleiht Energie, gibt eine Orientierungshilfe, erhöht ihr Engagement und motiviert sie zum Handeln oder sie erkennen ihre Wünsche als unrealistisch, und können sich davon lösen und andere, vielversprechendere Ziele verfolgen und somit über Erfolge in eine Aufwärtsspirale kommen.

 

Wie funktioniert die Methode nun konkret:

 

  1. WAS IST IHR WUNSCH?

 

Was ist Ihr wichtigster Wunsch oder Ihr wichtigstes Anliegen?

Nehmen Sie einen Wunsch, der herausfordernd ist, den Sie sich aber erfüllen wollen und können.

 

  1. WAS IST DAS SCHÖNSTE ERGEBNIS?

 

Was wäre das Schönste, das Allerbeste, wenn Sie sich Ihren Wunsch erfüllen würden? Wie würden Sie sich fühlen? Was sehen Sie, hören Sie, riechen Sie, schmecken Sie – also alle 5 Sinne nutzen.

 

Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und stellen Sie sich das Schönste vor. Malen Sie es sich lebhaft aus. Der Imaginationsteil ist wichtig und sollte nicht ausgelassen werden.

 

  1. WAS IST IHR WICHTIGSTES INNERES HINDERNIS?

 

Was ist es in Ihnen, dass Sie davon abhält, sich Ihren Wunsch zu erfüllen?

Was ist Ihr wichtigstes inneres Hindernis, das Ihnen im Weg steht?

 

Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und stellen Sie sich Ihr inneres Hindernis vor. Malen Sie es sich lebhaft aus. Auch dieser Imaginationsteil ist wichtig und sollte nicht ausgelassen werden.

 

  1. MACHEN SIE EINEN PLAN

 

Was können Sie tun, um Ihr Hindernis zu überwinden? Nennen Sie eine Handlung, die Sie tun können oder einen Gedanken, den Sie sich sagen können, um Ihr Hindernis zu überwinden.

 

Stellen Sie nun den folgenden Wenn-dann-Plan auf:

 

Wenn… (Ihr Hindernis), dann werde ich… (Ihre Handlung um das Hindernis zu überwinden).

 

Das ist es schon. Doch so simpel die Methode klingt so wirkungsvoll ist sie.

 

Was ich sehr gerne vor dem WOOPen nutze ist die Premortem-Methode. Ich stelle die Frage:

»Stellen Sie sich vor, Sie sind jetzt schon 18 Monate weiter, und das Projekt ist eine Vollkatastrophe.«

»Was genau ist schiefgelaufen?«

 

Das hilft mir bzw. meinen Klienten die wichtigsten Obstacles also Hindernis zu finden und zu bearbeiten.

 

In der wissenschaftlichen Literatur ist WOOP unter der etwas sperrigen Bezeichnung des Mentalen Kontrastierens mit Wenn-Dann-Plänen bekannt.

Doch genau in diesem immer wieder Beschäftigen mit Wenn-Dann-Plänen liegt das ganze Geheimnis.

 

Auf der Webseite http://woopmylife.org/ wird die Methode sehr gut beschrieben und es wird zudem eine App für iOS und Android zu Verfügung gestellt.

 

Die Psychologie des Gelingens (Gabriele Oettingen)

https://www.amazon.de/dp/3426301385/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1501147746&sr=8-1&keywords=woop

 

Kontakt: podcast@ncn-ag.com

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